Diese Frage wurde in der Vergangenheit des öfteren gestellt und auch im Internet diskutiert. Da wir jüngst eine mit Coca-Cola getränkte Tatstatur zur kompletten Innenreinigung eines Mitarbeiters vorliegen hatten, diente dieses Exponat nun unserem Test. Diese Reinigungsanleitung sollte nur von technisch begabten Personen durchgeführt werden. Der Zeitaufwand liegt bei etwa 90 Minuten.

Ausgangsposition der Innenreinigung der Tastatur war obiges Bild. Eine Logitech-Tastatur mittleren Alters, normale Arbeitsumgebung, normal verschmutz. Aufgrund der Verklebungen einzelner Tasten der Tastatur, war eine komplette Innenreinigung unumgänglich.
Machen Sie vor dem Entfernen der Tasten ein Bild Ihrer Tastatur mit einer Digitalkamera, damit Sie beim Zusammenbau wissen, wo welche Taste eingesetzt wird.

Zuerst sollten die einzelnen Tasten mit einem Schraubendreher herausgehebelt werden. Hierbei ist es sinnvoll, von innen (Tasten A - #) anzufangen, da die anderen Tasten als Hebeluntergrund dienen können. Zum Rand hin ist dann das Gehäuse die Hilfe. Das Hebeln erfolgt mit leichtem Druck.
Hierbei zeigen sich Unterschiede in den Kunststoffen: Diese Logitech-Tastatur war aus relativ weichem Kunststoff, der sich leicht verbog, jedoch keinen Schaden nahm. Eine gute alte Cherry-Tastatur bestand aus wesentlich härterem Kunststoff, der sich nicht in der Form änderte.
Anschlienßend sind alle Schrauben auf der Gehäuseunterseite zu lösen, die das Gehäuse zusammenhalten. Hierbei ist zubeachten, daß auch Schrauben unter Aufklebern und Gummi-Füßen sitzen können. Läßt sich das Gehäuse nicht trennen, nicht mit Gewalt lösen. Irgendwo sitz sicherlich noch eine Schraube unter einem Aufkleber oder die Gehäuseteile sind mit Klammern zusammengesteckt. Hier hilft ein Schraubendreher, um die Klammern zu lösen (siehe Bild 8).

Nachdem alles gelöst ist, läßt sich das Gehäuse trennen. Nehmen Sie nun die Oberschale ab. Hier kann man/frau nun den Schmutz der Jahre sehen, der sich unterhalb der Tastatur angesammlt hat. Die Tastatur ist meist noch von innen am Gehäuseboden angeschraubt. Diese Schrauben lösen. Merken Sie sich, wo Sie die Schrauben hinlegen und wo welche Schrauben wieder einzudrehen sind.
TIP:
Legen Sie die Schrauben auf einen beschrifteten Zettel, damit Sie beim Zusammenbau wissen, wo welche Schrauben einzusetzen sind.
Das gesamte Tastatur-Inlay kann nun herausgenommen werden. Auf der Unterseite befindet sich ein Blech, welches mit Klammern das Inlay zusammen hält. Diese Klammer mit einem Schraubendreher lösen (siehe Bild 8) und das Blech entfernen. Die drunter liegenden Folien vorsichtig entfernen.

1. ausgehebelte Tasten
2. Tastatur Unterschale
3. Tastatur Oberschale
4. Platinenfolie
5. Tastatur-Inlay
6. Rückblech und Zwischenfolie
7. Tasturfolie mit Schaltelementen
Die Tasten (1) und das Gehäuse (2 und 3) haben wir NICHT in den Geschirrspüler gegeben, sondern mit handwarmen Wasser und unserem Profi-Kunststoffreiniger in einem Eimer gewässert.
Hintergrund:
Die Tastaturen werden mit unterschiedlichen Herstellungsvarianten gefertigt:
Es gibt Kunststoffe, die im Granulat eingebacken werden.
D.h. die Tastaturbeschriftungen sind IM Kunststoff fest miteinanderverbunden!
Die günstigere Variante besteht im Aufdruck der Tastatur-Symbole.
Dieser Aufdruck kann durch starke Temperaturen und Abrieb oder falsche Reinigungsmittel entfernt werden.
Die Platinenfolien (4, 6 und 7) sollten NICHT in einem Spüler platz finden, sondern vorsichtig mit Druckluft und einem Pinsel gereinigt werden, da große Hitze diese deformieren können. Zusätzlich kann ein feuchtes Microfasertuch zur Hilfe genommen werden. Zu grob sollte man nicht sein....

...sonst können sich die Silikontaster (2) leicht von der Folie (1) entfernen. DIES gilt natürlich nicht für alle Tastaturen! Die einzelnen Folien sollten vorsichtig mit der Hand gesäubert werden!

Nach dem Reinigungsbad müssen die Tasten-Inlays (1) in das Tastatur-Inlay (2) eingesetzt werden.
Ist fast wie puzzeln. Gibt nur einige Tasten, die quer eingesetzt werden.

Nachdem alle Inlay´s eingesetzt sind (5), kommen die Silikontasten (7), anschließend die Zwischenfolie und die Platinenfolie (4). Alles wird dann wieder von dem Rückblech (6) abgedeckt. Bei allen Teilen auf die Paßenauigkeit achten! Es gibt meist nur eine Möglichkeit!

Das Rückblech wird mit den Klammern der Tastatur befestigt. Nutzen Sie hierfür einen Schraubendreher (1). Vorsicht ist hier geboten, da die Klammern meist so fein sind, das diese auch leicht abbrechen können (2)!

Anschließend kann das komplette Tastatur-Inlay wieder in die Unterschale gesetzt und verschraubt werden. Schrauben werden wieder wie beim Auseinanderschrauben von unten und von innen gesetzt.

Die Elektronik und Gummitasten (8) werden nun wieder in die Oberschale (3) eingesetzt und verschraubt. Die Teile passen meist nur in eine Richtung.

So sieht es bei dieser Logitech-Tastatur nach dem Zusammenbau aus.

Das Elektronikmodul wird wieder in die Unterschale der Tastatur eingesetzt. Da dies meist durch Zapfen und Schrauben unterstützt wird, sollte dies eigentlich immer passen. Zu Beachten ist jedoch, das die Leiterplattenanschlüsse (9) von dem Modul und der Platinenfolie übereinanderliegen, also miteinander kontaktieren.

Das Anschlußkabel ist im Gehäuse mit der entsprechenden Zugsicherung anzubringen (X).

Anschließend ist die Tastatur-Oberschale (3) incl. der Elektronik (8) mit der Unterschale (2) zuverbinden: (10) Das Flachkabel wird mit einer Flachzange eingesteckt. Zur Not geht aus auch vorsichtig mit zwei Fingern.

Wohl dem, der sich vor der Reinigung ein Foto mit der Digitalkamera gemacht hat und nun weiß, wo welche Tasten einzusetzen sind. Wer eine 2. Tastur zur Hand hat, nimmt diese. Zu beachten sind eigentlich nur die Tasten des Nummern-Blockes...

...und folgende Tasten: Enter, Space, Umschalttaste, Plus-Taste-Nummern-Block (evtl. auch andere: tastaturabhängig!)
Diese werden mit einem kleinen Metallbügel im Tastatur-Inlay eingeführt und dann mittig aufgeklickt. Sieht komplizierter aus als es ist!

Nach effektiver Arbeitszeit von etwa 90 Minuten sieht die Tastatur dann wieder aus wie neu.
Fazit:
Für den Heimanwender mit sicherem Umgang der Technik, sicherlich eine lohnenswerte Arbeit. Der Büroalltag wird da sicherlich anders aussehen, da der Zeitaufwand sehr hoch ist und teilweise technisches Verständnis fehlen dürfte.
Eine komplette Tastatur sollte NICHT in den Geschirrspüler gegeben werden: Die Elektronik, sowie die Paltinenfolien dürften diesen Einsatz nicht überleben. Wenn in den Spüler, dann nur die ausgehebelten Tasten und die Gehäuseteile.
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